Im Reich der Finsternis

Hallo Leutz; ich weiß ich weiß – Vorwörter sind etwas schreckliches, also will ich es ganz kurz machen.
Dies ist mein allererster Fanfict und ich hoffe wirklich, dass ihr nicht gleich Alpträume vom Lesen dieser schrecklichen Story bekommt ?
Das war´s dann eigentlich schon – ein ganz tolles KNUDDEL an Mimi und Titania, die die Geschichte Probe gelesen und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind ?
Und jetzt will ich nicht länger stören...

Ach ja, bei Fragen, Kommentaren etc. zu meiner Story (pos. und neg.) bitte mailt an folgende Adresse:

lidy1000@netway.at

Im Reich der Finsternis

Epilog:
Gut zwei Jahre waren seit Sailor Moon´s Kampf gegen das Chaos (in Gestalt von Sailor Galaxia) nun vergangen.
Bunny und die anderen versuchten so gut es ging ein neues Leben zu beginnen. Aber es war nicht unbedingt ein leichtes, einfach alles zu vergessen was war und so weiter zu machen wie vor der Bedrohung – im Gegenteil...

Eigentlich müßte das mittlerweile 18-jährige Mädchen glücklich und zufrieden mit ihrem jetzigen Leben sein – doch so war es keineswegs.



Kapitel 1
Eine neue Bedrohung?!

Deprimiert und bedrückt schlenderte Bunny durch eine der vielen Einkaufsstraßen Tokyo´s. Es schien ihr überhaupt nicht bewußt zu sein wohin sie lief – sie mußte einfach nur weg, weg von dieser ungeheuer dichten Masse an Menschen, die sich durch die Einkaufsmetropole Tokyo´s drängten und Usagi die Luft zu atmen raubten.
Sie lief und lief ... immer weiter, weg von hier. Mit gesenkten Kopf blieb sie schließlich stehen ... aber wo war sie? Nein! Es war egal wo sie war – Hauptsache sie war allein.

Den Kopf gegen eine kalte Steinmauer gelehnt lief ihr schließlich eine einzelne Träne über ihr bleiches, kühles Gesicht.
Von Bunny konnte man nun keineswegs behaupten, dass sie – obwohl es eigentlich eintreten hätte müssen – überglücklich war; es fehlte ihr etwas.
Zum einen ... Seiya, sie liebte zwar ihren Mamoru, doch war Seiya ihr immer ein treuer Freund gewesen und die warmherzige Art um die er sich immer Sorgen um sie gemacht hatte, hatte sie jedesmal berührt. War das wirklich nur Freundschaft gewesen?
Oder empfand Bunny schon damals mehr für den hübschen Bandleader von Three Lights als nur einfache Freundschaft und wollte es sich selbst bloß nicht eingestehen... sie mußte sich einfach über ihre Gefühle im Klaren werden, aber wozu überhaupt...
Seiya war weg; gemeinsam mit deren Prinzessin waren Starlight damals auf ihren Planeten zurück gekehrt, um diesen neu aufzubauen

Damals hatte Bunny noch überhaupt keine Ahnung, wie sehr ihr Yaten, Taiki und vor allem Seiya fehlen würden – oder lag das nur an der derzeitigen Situation.
Usagi bekam Mamoru nur noch selten zu Gesicht. Bereits einige Tage nachdem ihr Freund seinen Sternenkristall zurückerhalten hatte, hatte er ein Medizinstudium begonnen.
Als Begründung sagte er einfach nur: „Bunny! Das Leben ist viel zu kurz, und deshalb will ich es nutzen. Durch die sich in letzter Zeit zugetragenen Ereignisse ist mir das erst so richtig klar geworden. Sei ein wenig fleißiger, dann schaffst du die Schule auch. Im Moment ist es ganz klar, dass wir uns weniger sehen werden, du hast ja auch Streß mit den Endprüfungen oder...?
Ja, das stimmte schon – sie hatte Endprüfungen, aber das war kein Grund ihren geliebten Mamoru weniger zu sehen – für sie jedenfalls nicht. Mamoru aber war da wohl anderer Meinung. Wieder kroch Bunny eine einsame Träne über die Wangen.

Nein, sie mußte sich zusammen nehmen, so benam sich doch keine zukünftige Königin. „Bunny, reiß dich zusammen – du schaffst das schon!“ dann wischte sie sich die Tränen aus den Augen und warf einen flüchtigen Blick auf die Uhr – beinah hätte sie der Schlag getroffen, es war schon 4 Uhr nachmittags, dabei war sie um halb 4 mit ihren Freundinnen zum Lernen bei Ray verabredet gewesen.
„Ray wird bestimmt wieder furchtbar böse auf mich sein, oh nein ... warum kann ich auch nicht mal pünktlich sein“ Bei diesem Gedanken schauderte es Bunny. Sie stellte sich gerade vor, was ihre (angeblich) beste Freundin irgendwann mit ihr machen würde, wenn sie nicht einmal pünktlich war. Ray konnte wirklich ganz schön gemein sein – aber im Grunde waren die beiden viel bessere Freundinnen, als es nach außen hin schien.



Etwas später war Usagi am Vorhof des Hikawa Tempels angekommen und dachte sich gerade eine Entschuldigung für ihr Zuspätkommen aus – doch das schien wohl nicht mehr nötig zu sein.
Als Bunny nämlich schließlich die Schiebetür zu Ray´s Zimmer (wo die fünf Mädchen immer lernten) zur Seite schob, lag da zwar aller Hand Zeug herum – unter anderem Reste von Makoto´s selbstgemachten Plätzchen, Minako´s neuer rosafarbener Baumwollpullover und eine Menge Schreibutensilien.
„Aber wo sind die denn hin – es kann doch nicht sein, dass sie das Lernen schon wieder abgeschlossen – oder besser aufgegeben haben ... hm“ Sie nahm ihr Blickfeld zwar war, dennoch konnte sie keinen Anhaltspunkt finden, wo ihre Freundinnen Amy, Ray, Minako und Makoto waren.

„Ah, Fräulein Sukino, schön das sie sich auch mal wieder hier blicken lassen.“ Das war wohl zweifellos die Stimme einer verärgerten Ray.
Bunny setzte ein gespieltes Grinsen auf, um zu verhindern dass Ray sie durchschaute und erkannte dass es ihrer Freundin nicht so gut ging, wie sie es vorgab. „Ach weißt du, ich hatte noch etwas zu erledigen.“ merkte Bunny mit ihrem etwas albern aussehenden Lächeln und ihrer merkwürdigen Gestik an.
„Na ja, ist ja auch egal. Das bin ich von dir sowieso schon gewöhnt. Los! Komm mit!“ Bunny starrte Löcher als Ray ihr mit einer Handbewegung deutlich machte, dass sie ihr folgen sollte.
„Was is denn mit der los – is sie krank, keine der üblichen Strafpredigten heute, hm!“ Wieder begann Bunny zu lächeln, zum Glück bemerkte das Ray nicht, ansonsten hätte man wohl von der heutigen Besonnenheit der 19-jährigen Priesterin oder angehenden Priesterin nichts mehr gemerkt.

„Ah ... so. Wollen wir heute nicht im Shrein lernen.“ Der Shrein – wie Bunny ihn getauft hatte – war Rays Privatzimmer; dort meditierte sie und zog sich von ihrer Umwelt zurück, wenn die mystische Priesterin ihre Ruhe haben wollte. Die Frage war Bunny einfach so entglitten, denn die beiden Mädchen standen nicht vor dem Shrein, sondern vor dem Meditationszimmer des Hikawa Tempels.

Als Usagi schließlich den Raum betrat begrüßte sie keine ihrer Freundinnen auf die übliche Weise. Amy und Makoto saßen wie in Trance im Schneidersitz und mit gefalteten, erhobenen Händen vor dem lodernden Feuer – nur Minako begrüßte Bunny mit einem kaum erkennbaren Winken – aber wenigstens eine kleine Geste, dachte sich die noch immer verwunderte Bunny.

Als dann nach zehn Minuten immer noch keine irgend eine Andeutung gemacht hatte, dass Bunny sich ebenfalls zu den Vieren setzen sollte ... entschloss sie sich eigenmächtig dazu. Neben der meditierenden Makoto ließ sich Usagi nun ebenfalls im Schneidersitz nieder und faltete ihre Hände zu einem diagonalen Dreieck. Die Prinzessin (wie sie die Kriegerinnen des äußeren Kreises bezeichneten) hatte zwar noch niemals meditiert, aber so schwer konnte das nicht sein. „Was die andern können, kann ich schon lange – wär doch gelacht ... pah“
Jetzt erschrack Ray, auch die anderen erwachten ruckartig aus ihrer Trance und sahen aus, als hätten sie gerade einen Geist gesehen.
„Oh mein Gott! Eine Vision! Ich sah etwas, aber ... aber ich konnte nicht erkennen, was es war – es war zu dunkel, viel zu dunkel...
bemerkte die Enkelin des Tempelobersten aufgelöst. Erst jetzt sah Ray, dass sich Bunny in die Runde gesellt hatte und noch in tiefe Trance versunken war.
„Was ist mit ihr?“ Mina war vollkommen verschwitzt von den heißen, lodernden Flammen des Feuers und die Spitzen ihres hellen blonden Haares waren leicht angesengt. „Ich weiß nicht!“ Sie hätte aufwachen müssen, ich versteh das nicht.“

„Wer ist da?“ Bunny trug ihr schneeweißes, mit einigen goldnen Stellen am Ausschnitt ausgestattetes, Prinzessinenkleid und befand sich ... sie wußte es nicht – sie konnte nichts erkennen, es war nur vollkommene Dunkelheit, Finsternis so dass man die Hand vor den Augen nicht erkennen konnte.
„Prinzessin des weißen Mondes...“ eine unheimlich, tiefe düstere Stimme durchfuhr Bunny. Sie hörte diese Stimme nicht über ihr Gehör – sie hörte es tief in ihrem Unterbewusstsein – und je länger sie gezwungen wurde, diesen grauenvoll schneidenden Ton zu hören, desto mehr Schmerzen bereitete es ihr. Man konnte schier das Böse und die Finsternis aus der Stimme heraus hören.

„Bunny, Bunny! Los wach auf, was ist mit dir.“ Noch immer versuchten ihre Freundinnen Usagi aufzuwecken. Doch dort wo Bunny sich befand, wo immer das auch war, konnte sie Amy, Ray, Mako und Minako nicht hören.

„Ich habe dich erwartet. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis unsere Wege sich endlich kreuzten...“ Wieder hämmerte es in ihren Kopf und sie durchfuhren unerträgliche Schmerzen, so dass sie nicht mehr die Kraft hatte, auch nur ein Wort zu sagen – die Schmerzen waren viel zu stark und wurden immer schlimmer.
„Das Licht! Und die Finsterniss! Das Leben, dass du dir immer gewünscht hattest, war vor einigen Tagen noch so greifbar nahe und jetzt ...sie dich an Bunny Sukino.“ Ein schallendes Gelächter trieb Serenety die Tränen in die Augen. Es half nichts, sich die Ohren zuzuhalten, sie konnte vor dieser Stimme nicht einfach davon laufen.
„Wir werden uns schon sehr bald wieder begegnen, Mondprinzessin...“ die grauenvolle Stimme verstummte schlagartig – so plötzlich wie sie aufgetreten war, war sie auch wieder verschwunden.

„Hörst du uns denn nicht, HEY!“ Ray gab ihrer besten Freundin nun eine Ohrfeige, die wohl jeden einzelnen Menschen auf dieser Welt aufgeweckt hätte, doch ihre Augen blieben geschlossen. Die angehende Priesterin wußte, dass Meditationen sehr gefährlich werden konnten, sie mußten ihre inzwischen vollkommen verschwitzte Freundin unbedingt aufwecken – egal wie...

„Wo bin ich?“ Prinzessin Serenety hatte sich wieder in Bunny Sukino zurück verwandelt. Sie trug ihren neuen beige-braunen Wickelrock, ihre High-Plateaus und ein rosarotes, leicht verwaschenes Shirt. Plötzlich – ein unglaublich grelles Licht erfüllte das Nichts und die völlig verwirrte und bereits geschwächte Usagi befand sich in einem Zimmer eines Krankenhauses.
Dort erblickte sie zwei kleine Mädchen. Das Jüngere mochte etwa in Chibi-Usa´s Alter sein, dass Ältere war wohl ungefähr so alt wie Hotaru. Als Bunny in die Gesichter der Mädchen sah, kamen sie ihr so merkwürdig vertraut vor. „Aber das ist doch ...“ Das junge Mädchen vermochte nicht, den Satz zu Ende zu sprechen.
Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit schnellten in ihr hoch – aber was... was war das ... sie konnte sich nicht erinnern. Es war wie eine riesige Blockade in ihrem Gedächtnis – aber irgendwo in Bunny´s Unterbewusstsein war es noch verankert. Die beiden Mädchen kamen ihr so unglaublich vertraut, so bekannt vor.
Gerade als sie von einem hell erstrahlendem, stechenden Licht erfasst wurde konnte sie noch hören wie eines der beiden Mädchen mit sanfter, beruhigender Stimme sagte: „Hab nur keine Angst kleine Schwester, ich bin bei dir, wir stehen das gemeinsam durch – keine Angst Su Chiko.“
Dann verschwanden nach und nach die Umrisse des Zimmers vor Usagi – auch die Konturen der beiden Mädchen lösten sich in Luft auf – Stille, kein Ton war mehr zu hören

Bunny erwachte aus ihrer Trance, als Makoto ihr gerade eine zweite Ohrfeige verpassen wollte. Als wäre sie aus einem Tagtraum erwacht wiederholte sie mit melancholischen Schimmern in den Augen einen Namen, einen Namen der ihr so vertraut war...

„Su Chiko?!“

Ende Kapitel 1

Von: Sailor Ariel